Schlagwörter
erwachsen werden, Familie, Gefängnis, Kriminalität, Kultur, Reue, Totschlag, Verurteilung

aus der Reihe Mein Leben Meine Geschichte: Memories 01
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Mihrali Simsek ist 18 Jahre alt und sitzt als Häftling in der Jugendvollzugsanstalt. Weil der Deutsche mit türkischen Wurzeln im Affekt einen anderen Jungen getötet hat, wurde er zu sechs Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug verurteilt.
Nun sitzt er in seiner Zelle und schreibt all das, was ihn bewegt, auf: Er berichtet von seiner Freundschaft zu Mahmut, Erman und Han, von seiner türkischen Mutter, die stets alles dafür getan hat, dass sich ihre Kinder wohl fühlen, von seinem Opa, der in den 60er Jahren zum Arbeiten nach Deutschland kam und letztlich auch von sich selbst, dem Jungen, der im Gefängnis sitzt und für eine zweite Chance kämpft.
Das Schreiben hilft Mihrali seine Gefühle und Erinnerungen zu verarbeiten. Er setzt sich nicht nur mit den gegenwärtigen Zuständen im Gefängnis auseinander, sondern auch mit seiner Vergangenheit und dem, was in seinem Leben schief gelaufen ist. Dabei spielen nicht nur falsche Freunde eine tragende Rolle, sondern auch der Umgang mit Ausländern in Deutschland. Eigentlich ist Mihrali Deutscher. Er wurde in diesem Land geboren, beherrscht die deutsche Sprache und war seltener in der Türkei als so mancher Pauschaltourist. Trotzdem hat er mit schiefen Blicken und Misstrauen zu kämpfen, denn Mihrali sieht anders aus: Seine Haare und die Haut sind dunkler.
Einerseits kann man die Frustration, die durch diese Anfeindungen entstanden ist, sehr gut verstehen. Schließlich gibt es eigentlich keinen Unterschied zwischen dem Jungen und seinen Mitschülern und trotzdem wird ihm von vorneherein etwas Schlechtes unterstellt, obwohl so was bisher nie in seiner Absicht lag.
Andererseits musste ich an der ein oder anderen Stelle auch mit dem Kopf schütteln, da Mihrali genau dieses Klischeedenken, das in manchen Köpfen festsitzt, bedient: Er glaubt, die Familienehre sei nicht durch Worte, sondern durch Schläge und Gewalt zu retten. Er legt im Laufe der Zeit immer weniger Wert auf seine schulische Ausbildung und hängt stattdessen mit seinen Freunden rum, die wenig Interesse an einer Ausbildung oder Arbeit haben. Für genau diese Freunde ist er bereit, sich gewaltsam zu rächen, obwohl er selbst nichts mit den entstandenen Konflikten zu tun hat. Außerdem betont er hier und da seine Kultur und wie unterschiedlich sie im Vergleich zur deutschen ist, manchmal sogar nicht frei von kleinen Seitenhieben.
Hierzu ein Beispiel: Im Gefängnis dürfen die Insassen nur unter der Woche duschen. Der Besuchstag fällt jedoch oft auf einen Sonntag, weshalb Mihrali verständlicherweise darum bittet, trotz des Verbots duschen zu dürfen. Es wird ihm verwehrt, woraufhin er sinngemäß anmerkt, dass zumindest Türken sehr viel Wert auf Hygiene legen.
In meinen Augen bugsiert er sich damit hin und wieder selbst ins Aus und macht genau das, was er bei seinen Mitmenschen anprangert: Er unterstellt Menschen, die einer anderen Kultur angehören im direkten Vergleich zu seiner eigenen etwas Negatives, in diesem speziellen Beispiel Unhygiene.
Des Weiteren fehlte mir im Ganzen eine nachvollziehbare Erklärung für seine Tat. Mihrali führt als Hauptgrund seine falschen Freunde auf, die letztlich auch nicht für ihn einstanden, als er es brauchte. Fakt ist jedoch, dass er selbst die Tat begangen hat. Niemand hat ihn dazu gezwungen oder überredet, niemand der anderen hat eine Waffe gezogen. Er war der einzige.
Zwar bereut er seine Tat, doch vom Anti-Aggressionstraining hält er gar nichts. Stattdessen belächelt er die Methoden obendrein.
Dadurch wirkt seine Reue etwas unglaubwürdig. Er räumt zwar ein, einen Fehler gemacht zu haben, sucht die Gründe dafür jedoch bei anderen und bekämpft im Nachhinein nicht die Ursachen für sein Handeln. Es scheint, als schiebe er die Eigenverantwortung vollkommen von sich weg und das hat es mir während des Lesens erschwert, mehr Mitgefühl für Mihralis Situation aufzubringen.
Trotz dieser Kritikpunkte hat der Bericht auch seine guten Seiten. Die Schreibweise ist sehr unverfälscht und aus dem Leben gegriffen, sodass man sich nah entlang des Erzählten bewegt. Es fühlt sich nicht so an, als würde man ein Buch lesen, sondern direkt mit Mihrali sprechen.
Außerdem gewähren einem seine Schilderungen einen guten Einblick in den Gefängnisalltag und die damit verbundenen Einschränkungen. Mihrali hat in all der Zeit gelernt, was wirklich wichtig ist und dass gerade auch die kleinen Dinge einen großen Wert haben können. Genau deswegen möchte er eine zweite Chance bekommen. Er hat sich geändert oder wurde in gewissem Sinne dazu gezwungen sein Handeln zu überdenken, weshalb er nun darauf hofft, eine zweite Chance zu bekommen.
So schlecht ich seine Beweggründe nachvollziehen konnte, so glaube ich ihm doch, dass er etwas aus seiner Zukunft machen möchte. Doch ob er dazu die Möglichkeit bekommt, steht noch in den Sternen…
Alles in allem ist „Mit 18 mein Sturz“ ein interessanter Erfahrungsbericht, der einem sowohl näher bringt, wie sich das Leben mit einer anderen Kultur in Deutschland anfühlen kann, als auch einen Blick hinter die dicken Gefängnismauern gewährt. Durch Mihralis Geschichte trifft man einen Menschen, den man so im Leben eher selten antrifft und man hat dadurch die Möglichkeit nachzuvollziehen, was in einem jugendlichen Straftäter vorgeht.
Vielleicht geht es hier nicht nur um das „Warum?“, sondern vor allen Dingen darum, dass man nachdenken sollte, bevor man etwas tut, denn genau das möchte Mihrali mit seinem Bericht erreichen.
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

© Ada Mitsou
160 Seiten / 9,95 € ~ Arena (1. Februar 2010) ~ ISBN: 3401064347
…da bin ich auch noch gespannt drauf, aber noch existiert es nur auf dem Wunschzettel.
sooo………….ich habe das buch vor etwa drei monaten gelesen und würklich in 5-6 std wars fertig ich wollte einfach cniht aufhören damit.
Ich finde es zu schade das er ohne das grossartig was loss war JEMANDEN UMGEBRACHT HAT ………………..er versucht die zweite chance zu greifen die chance die er eigentlich einem andern weg genommen hat…………………mihrali redet von kultur und familie der türken wo natürlich religion dazu gehört!!!!!!!!!!!!!!!! DOCH viele vergessen was es würklich heißt glaubiger zu sein ……den glaubige töten nicht den die wissen das das Allahs arbeit ist……….ich kann nur hoffen das diese so große sünde/fehler ihm verziehn wird…….und natürlich das er die zweite chance bekommt……………..meiner seits verdient er sein buch war einzig artig MEINE TOP EINS ich habe ncoh nie bei einem Buch wein müssen;)
…………………………….das war mein beitrag
ich kenne alle personen im buch persönlich. der junge war mit mir in der selben klasse.
die namen sind natürlich verändert worden, aber die orginalnamen werde ich auch nicht preißgeben. ich hoffe, dass mein bruder so früh wie möglich da raus kommt. ich habe dich vermisst bruder. du hockst schon seit juni 2006 da drinn. ich hoffe, dass du nicht mehr mit solchen falschen freunden zu tun haben wirst.
lg
ich habe es heute aus der bücherrei geholt und habe es in 2 stunden gelesenn .. ich fionde es sehr trauriig :( ich hab fast geweint.. aus fehlern lernt mann . aber er hat es zu hart gelernt … 6 jahre und 6 monate ist ein sehr langes zeitt in dem mann vieles erreichen könnte .. :(
Zu hart finde ich die Strafe nicht, wenn man bedenkt, dass er einen Menschen getötet hat. Stell dir vor, das Opfer wäre jemand aus deiner Familie gewesen, dann würden dir die sechs Jahre wahrscheinlich viel zu kurz erscheinen. Aber ja, in der Zeit hätte er sehr viel erreichen können, doch die Zeit hat er sich selbst geraubt. Dafür ist kein Richter oder jemand anderes verantwortlich, sondern er selbst und sein unüberlegtes Handeln.
Ich wünsche ihm, dass er etwas gelernt und sich weiterentwickelt hat, außerdem dass er sich in Zukunft besser überlegt, was er tut, mit wem er sich abgibt und was ihm im Leben wichtig ist. Was geschehen ist, lässt sich nicht rückgängig machen, doch vielleicht schafft er es, seine Zukunft besser zu gestalten.
Ich hab das Buch erst heute geholt und fast ist es fertig.. Ich finde es auch sehr traurig mit 18.. Gizem du meintest du kennst ihn könntest du mir mal bitte zurück schreiben möchte dich was fragen danke.