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Achtung: Die Rezension enthält Spoiler!

Es ist nicht immer leicht, einem Autor, der einem freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zukommen lässt, zu sagen, dass einem sein Buch nicht gefällt. Doch ich bewerte Bücher so, wie ich sie unter verschiedenen Gesichtspunkten wahrnehme und “Schlafen bei Licht” trifft leider in vielerlei Hinsicht nicht meinen Geschmack.
Der Inhalt des 137 Seiten dünnen Büchleins ist schnell erzählt:
Torsten, ein unauffälliger Beamter, hat soeben einen Unfall gehabt und liegt nun im Krankenhaus. Zu seinem Unglück macht auch noch seine langjährige Freundin Silke mit ihm Schluss, dabei wünscht sich Torsten nichts sehnlicher als eine Frau an seiner Seite, mit der er alt werden kann.
Mark, Autolackierer bei Opel, verheiratet und Torstens bester Freund, tut alles dafür, dass sein Kumpel heiße Frauen kennenlernt, doch der hat schon längst die sympathische Krankenschwester Anja ins Auge gefasst. Was zunächst nach einer zarten Romanze aussieht, nimmt nach und nach chaotische Züge an und dann hat Torsten auch noch ein Trauma, was ihn nicht im Dunklen schlafen lässt…
Vielleicht hätte ich vorher gewusst, dass dieses Buch nichts für mich ist, wenn ich die Inhaltsangabe so wie oben geschrieben gelesen hätte. Stattdessen habe ich mich durch den Klappentext ein wenig in die Irre führen lassen. Dort heißt es, dass sich Torstens Leben nach einem Unfall grundlegend verändert, sein Freund Mark ihm ganz neue Sichtweisen eröffnet und ihm damit hilft, nach dramatischen Zwischenfällen seinen Weg klarer zu sehen.
Was sich vorerst noch recht interessant anhört, entwickelt sich im Laufe der Handlung in meinen Augen zu Klamauk.
Mark, den verheirateten Familienvater und Autofan, der sich nach einem Bibliotheksbesuch zu stringtangabetuchten Frauen auf den Rasen legt, möchte ich an dieser Stelle gar nicht weiter erwähnen, doch auf Torsten möchte ich gerne näher eingehen.
Auf antiheldenhafte Art stolpert er durch die Handlung und gerät von einer absurden Situation in die nächste. Silke macht aus heiterem Himmel Schluss, woraufhin er ein paar Tränchen vergießt, um sich dann direkt der häuslichen Krankenschwester Anja zu widmen. Dort fühlt er sich wohl und der Gedanke an Familiengründung wird nach wenigen Dates immer dominanter.
Als sie ihn auf dem Sofa bei grünem Tee endlich dazu auffordert, sie zum ersten Mal zu küssen, geht der brave Beamte, der seine Wäsche noch von Mutti waschen lässt, kurzerhand auf die Knie, schiebt das Höschen der Angebeteten beiseite und gibt ihr dort den erwünschten ersten Kuss.
Man möge sich selbst eine Meinung dazu bilden…
Neben weiteren Irrungen und Wirrungen und einer ordentlichen Prise für mein Empfinden platten Humors wird dann schnell noch eingeschoben, warum Torsten nicht im Dunklen schlafen kann und was dieses zuvor mehrmals erwähnte Trauma ausgelöst hat. Das ist dramatisch, aber schnell abgehandelt.
Flugs wenden wir uns wieder der Beziehungskomödie zu, die ziemlich chaotisch wird, als Anja ihren heimlichen Freund erwähnt, ihr Bruder an einer Überdosis stirbt, sie plötzlich vom Ex aus Griechenland schwanger ist, aber eigentlich doch gerne mit Torsten zusammen wäre. Der muss das aber erstmal mit “Mom und Dad” bereden…
137 Seiten, die sich zwar flüssig lesen lassen und hier und da ein wenig unterhaltsam sind, aber leider nicht meinen Humor treffen und randvoll mit aneinandergereihten absurden Handlungsmomenten und entweder stereotypen oder vollkommen überzeichneten Charakteren sind. Kunstgriff? Mit Wohlwollen. Klamauk? In meinen Augen ja.
Wenn das Buch nicht so dünn gewesen wäre und ich nicht auf ein halbwegs zufriedenstellendes Ende gehofft hätte, hätte ich “Schlafen bei Licht” wahrscheinlich abgebrochen.
An dieser Stelle noch der Hinweis darauf, dass zu jetzigem Zeitpunkt die einzige Kritik bei amazon voll des Lobes ist und die Rezensentin sich durch das Geschriebene durchaus auch zum Nachdenken angeregt fühlt. Literatur scheint letztlich doch manchmal Geschmacksache zu sein.
Wohlwollende zwei Sterne.

© Ada Mitsou
137 Seiten/ 9 € ~ Mohland Verlag (10. Januar 2011) ~ ISBN: 3866751451
Das klingt ja gar nicht gut. Diese Woche ist das Buch auch in meinen Briefkasten geflattert. Ich bin jetzt auch schon zur Hälfte durch (sind ja nicht so viele Seiten). Die Geschicht hat mich bis jetzt amüsiert, aber noch nicht mitgerissen. Auch was die klischeehafte Darstellung von Stereotypen anbelangt, da gebe ich dir Recht. Ich hoffe immer noch drauf, dass mich das Ende überrascht, aber nach deiner Rezi haben sich meine Hoffnungen grad zerschlagen.
Hallo Desirée,
schön, dass du hergefunden hast :)
Vielleicht wird es dir im Ganzen auch besser gefallen als mir und ich hoffe, dass du das Buch trotzdem noch unvoreingenommen zuende lesen kannst, auch wenn es bei mir nicht gerade positiv weggekommen ist. Ich bin auf jeden Fall gespannt auf deine abschließende Meinung dazu.
Also falls du Zeit und Lust hast, kannst du dir ja noch meine Rezi durchlesen: http://wp.me/p12OEC-5B
Ich gebe dir wirklich Recht. Das Buch hätte ich mir selbst nie gekauft.
Na wie gut dass ich das Buch abgelehnt habe, denn auch mir wurde es vom Autor angeboten! ;) Schon aus dem Klappentext bin ich überhaupt nicht schlau geworden und hätte mir eher eine Art Krimi vorgestellt…
Ich mache ab und zu ganz gerne solche Ausflüge, wobei es auch schon positive Überraschungen gab :)
Meine rezension folgt heute noch und mir geht es mit dem Buch ähnlich. Aber trotzdem werde ich ab und an Bücher lesen, die ich von Autoren angeboten bekommen. Denn wie du schon gesagt hast, sind immer mal wieder Überraschungen dabei.
Da hast du recht Ada,
bei mir fallen ganze Genre Bücher weg wie z. B. Frauenliteratur, Erotik und Thriller.
Ich mag diese Ausflüge aber auch, sonst wäre Zoran Drvenkar vollkommen an mir vorbei gezogen. Auch Joe Hill mit Blind (Horror) und Holger Weinbachs “Eiswolf Saga” (historisch).
Aber es kommt immer ein bisschen auf den Klappentext und den Kontakt mit anderen an.
Danke auf jeden Fall für diese ehrliche Rezension
LG
Karin
Hallo Karin,
wirklich? Du magst keine Thriller? Das hätte ich jetzt gar nicht gedacht!
Aber ja, manchmal gibt es Ausnahmen, die einen vielleicht nicht zum Fan machen, einem aber doch überraschend gut gefallen, obwohl man das Genre eigentlich nicht mag. Ich liebe die Vielfalt :)
Liebe Grüße und schön, dass du vorbeigeschaut hast,
Ada
Ehrlich?
Guck doch mal, bei findest du nicht einen außer “Sorry” und “Du” von Drvenkar keinen einzigen Thriller.
Ich mag die Schnittmuster einfach nicht nachdem ein Thriller gestrickt ist. Viel leid, Blut und möglichst alles sehr detailiert.
Ich oute mich jetzt mal nach seinen Thrillern und Kinderbüchern bin ich ein absoluter Drvenkar Fan :-)
LG
Karin
Habe bei Lovelybooks Deine Rezi gelesen und sehe das ganz genauso. Prima, dass Du Dich traust.
Auch meine Rezi erscheint morgen in meinem Blog, bei AMA*ON habe ich sie auch reingesetzt, mal sehen, ob sie überhaupt erscheint.
Freue mich jedenfalls, auf die Art Deinen Blog gefunden zu haben, denn ich schätze ehrliche Rezensionen.
Liebe Grüße,
JED
Hallo JED,
schön, dass du hergefunden hast und vor allen Dingen auch, dass ich dadurch wieder einen für mich neuen Blog entdecken kann!
Wenn man als eine der ersten eine Rezension zu einem Buch schreibt und diese dann leider auch sehr negativ ausfällt, fühlt man sich doch zuerst ein wenig unwohl. Doch so wie es scheint, stehe ich mit meiner Meinung nicht alleine, wobei ich dem Autor jedoch wünsche, dass sein nächstes Werk vielleicht ein bisschen besser abschneiden kann.
Liebe Grüße,
Ada (die sich jetzt mal ein wenig bei dir umsehen wird)
@ Ada
Meine Rezi ist bei AMA*ON tatsächlich schon erschienen. Wahrscheinlich kann ich jetzt darauf warten, wieviele sie als “nicht hilfreich” anklicken. Das ist auf dieser Palttform ja auch immer so ein Thema für sich.
DANKE auch für Deinen differenzierten Kommentar auf meinem Blog. Du kannst gern soviel abschweifen, wie Du magst :o)))
LG,
JED
Hallo Ada,
ich find’s ebenfalls klasse, dass du unumwunden deine ehrliche Meinung geschrieben hast. So weiß man doch wenigstens, was man nicht lesen sollte – und das ist angesichts der Tatsache, dass man immer zu viele Bücher, aber zu wenig Zeit hat, eine wertvolle Erkenntnis. Gelungener Blog übrigens, ich komme ab jetzt öfter!
Viele Grüße
Svenja
Es gibt ja Bücher, die irgendwie im Eigenverlag oder so verlegt werden und äußerlich deshalb etwas unprofessionell gestaltet sind. Mich hat schon das Cover nicht wirklich angesprochen, nun werde ich mir das Lesen aber glaube ich sparen (auch ich habe ein Exemplar, bekommen). Vielleicht zeigt sich an dem Beispiel, das Blogs doch noch ehrlich bewerten ;)
Sag’ mal, hat der Autor Dich jetzt auch angeschrieben, dass Du Deine Rezi zurückziehen sollst? Ich finde das ja gerade ziemlich dreist! Bei AMA*ON kann ich gerade zusehen, wie sie als “nicht hilfreich” angeklickt wird!
Hallo JED,
nein, ich wurde bis jetzt nicht darum gebeten und bekam auch eine freundliche Antwort auf meinen Beleglink. Mit welcher Begründung denn?
Verkaufszahlen. Bei einem befreundeten Blog von mir genau das selbe. Sie hat ihre Rezi dann erst gar nicht veröffentlicht. Ich sehe das gar nicht ein!
Dazu mehr hier:
http://jed123.blogspot.com/2011/01/in-eigener-sache.html
Das ist natürlich ein NoGo! Wer ein Buch veröffentlicht, muss damit rechnen, dass es auch Leser gibt, denen es nicht so gut gefällt und das sollten diese in meinen Augen auch offen äußern dürfen.
Wenn die Rezension beleidigend oder unsachlich verfasst ist, kann man darüber diskutieren, aber Verkaufszahlen sind kein Argument. Schließlich schreiben Literaturblogger vorrangig für potentielle Leser und wenn sie der Meinung sind, dass ein Buch sein Geld nicht wert ist, dann kann das durchaus hilfreich sein. Wobei ich denke, dass sich die meisten Leser ein eigenes Bild davon machen können, ob das Buch dann auch für sie nichts wäre oder vielleicht doch (trotz negativer Kritik).
Müssten negative Rezension gelöscht werden, wäre das dann genau so ein Fall, den ich in meinem anderen Beitrag kritisiert habe: Man liest nur Positives, vertraut darauf und ist nachher enttäuscht, weil es eben doch auch viele Leser gab, die nicht begeistert waren, nur dass diese zuvor nicht darüber geschrieben haben.
Nur wegen der Verkaufszahlen würde ich eine Rezension niemals zurücknehmen.
Rezensionsexemplare ‘Schlafen bei Licht’ wurden Redakteuren/Bloggern vollkommen verpflichtungsfrei überlassen, worauf ausdrücklich per mail hingewiesen wurde. Einflußnahmen gab und gibt es weder seitens des Autors noch seitens des Verlags, auch nicht gegenüber der fraglichen Rezensentin.
Auf die mail mit dem Besprechungsbeleg, der den Autor, Zitat: “sicher nicht freuen wird”, lautete die Antwort am 27.1.2011 wörtlich:
“Hallo Frau … , das ging ja schnell, vielen Dank! Ihre Besprechung freut mich durchaus. Sie haben sich mit dem Buch auseinandergesetzt und ich habe den Eindruck, dass Ihre kritischen Worte von Herzen kommen. Genau darin sehe ich den Sinn einer Rezension. Herzliche Grüße! Wolfgang A. Gogolin”
Die betreffende Rezensentin sollte sich bewußt machen, dass Verleumdung ein Straftatbestand ist und dass ihre Einlassungen gesichert wurden.
Hallo Wolfgang,
schön, dass Sie sich persönlich melden, auch wenn der Anlass weniger erfreulich ist.
Genau wie ich oben bereits erwähnte, habe ich auf meine Rezension eine ähnlich freundliche Antwort von Ihnen bekommen. Alles weitere ist wohl etwas, dass JED und Sie untereinander klären müssen, da ich die Sachlage aus der Ferne nicht beurteilen und nur das diskutieren kann, was hier angestoßen wird (ganz allgemein und unabhängig von bestimmten Personen und Vorfällen).
Herzliche Grüße,
Ada
Danke für den Hinweis, Ada.
@ Herr Gogolin: Warum schreiben Sie hier und nicht mir persönlich??? Ihre Mail – wie oben – habe ich so nicht bekommen. Das sollten wir aber wirklich untereinander klären und nicht hier.