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Abenteuer, Detektivarbeit, Familie, Ferien, Freundschaft, Reise, Verbrechen

“Filou: Ein nichtsnutziger Knallkopf. In der DDR gab es Knaller und Feuerwerkskörper, die ebenfalls Filou hießen. Die DDR war früher der Teil von Deutschland ohne Bananen. Zuletzt musste sie wegen Obstmangel leider aufgegeben werden, aber dann gab es plötzlich doch genug für alle, und seitdem ist ganz Deutschland eine Bananenrepublik.”
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Gestern habe ich mit dem Zuklappen dieses Buches Abschied genommen. Abschied von zwei wunderbaren Begleitern auf meiner täglichen Pendelzugstrecke, aber auch Abschied von einer der charmantesten Kinderbuchserien, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.
„Rico, Oskar und der Diebstahlstein“ ist der dritte und letzte Band um Rico, der sich selbst als tiefbegabt bezeichnet und in dessen Kopf immer wieder die Bingokugeln durcheinander klackern.
Was sich für Rico furchtbar verwirrend anfühlt, ist für den Leser ein großes Vergnügen, denn wenn Rico versucht seine Gedanken zu ordnen und Definitionen für schwierige Begriffe zu finden, muss man unweigerlich schmunzeln. Die kleinen handgeschriebenen Kästchen sind die i-Tüpfelchen der Geschichten und meine ganz persönlichen Highlights, sodass ich es mir nicht verkneifen kann, schon vor dem Lesen zwei bis drei Definitionen herauszufischen.
Abseits davon begegnet der Leser den altbekannten Bewohnern und Freunden der Dieffe 93: Oskar, Ricos bester Freund, ist hochbegabt und altklug wie eh und je, Irina, die russische Freundin von Ricos Mutter, haut einen akzentgefärbten Spruch nach dem anderen raus und Frau Dahling macht immer noch die besten Müffelchen der Welt.
Eigentlich könnte alles so sein wie immer, wenn nicht kurz vor Beginn der Geschichte etwas Trauriges passiert wäre: Als die beiden Jungs eines Tages nach Hause kommen, finden sie den alten Fitzke tot im Treppenhaus. Vor Ricos Tür liegen ein Notizbuch und die Nachricht, dass er Fitzkes Steinsammlung geerbt hat. Rico nimmt die Verantwortung für die Herzstücke des Alten sehr ernst, weswegen für ihn die absolute Katastrophe eintritt, als ein ominöser Einbrecher ausgerechnet den wichtigsten Stein der Sammlung stiehlt.
Zusammen mit Oskar macht er sich auf die Suche danach und landet spontan an der Ostsee. Rico hat noch nie das Meer gesehen, was an sich schon aufregend genug ist, doch dann begegnen sie dem Einbrecher und eine spannende Verfolgungsjagd beginnt…
Wie gewohnt ist der Alltag von Rico und Oskar ein einziges Abenteuer. Mit Witz und Wagemut bugsieren sich die Freunde in eine riskante Situation nach der anderen und scheuen nicht davor zurück, den Schurken dieser Welt das Handwerk zu legen. Das liest sich spannend und unterhaltsam. Doch auch der Tiefgang kommt in diesem Band nicht zu kurz: Es geht um echte Freundschaften, um Trauerwellen, die immer wieder aufbranden, um ein schwieriges Vater-Sohn-Verhältnis und den ideellen Wert von eigentlich wertlosen Gegenständen.
Während die Rahmenhandlung fesselt und aufregend ist, gehen die eben genannten Themen ans Herz. Man muss Rico und Oskar einfach gern haben und fühlt sich in deren Gesellschaft pudelwohl.
Das ist auch der Grund, warum ich so sehr bedauere, dass die Geschichten in Form dieses Bandes ein Ende finden. Zu gerne hätte ich ein weiteres Abenteuer gelesen, es mir mit den Jungs auf Frau Dahlings Sofa gemütlich gemacht und Ricos Weiterbildungsversuche mitverfolgt. Doch leider, leider heißt es an dieser Stelle Abschiednehmen. Was bleibt, ist eine dicke Empfehlung an alle Liebhaber von humorvoller und erfrischend anderer Kinderliteratur.
Altersempfehlung: ab 10 Jahren

© Ada Mitsou
336 Seiten / 12,90 € ~ Carlsen (Oktober 2011) ~ ISBN: 3551555729
Hallo Ada,
ich lese sehr gerne Kinder- und Jugendbücher und bin da auch immer auf der Suche nach guten Tipps. “Rico, Oskar und der Diebstahlstein”, bzw. die ganze Reihe, hört sich sehr interessant an. Ich werde mir da auf jeden Fall die Tage einen Band kaufen. Wahrscheinlich werde ich mit dem ersten anfangen.
Liebe Grüße
Beate
Deine Rezension klingt sehr vielversprechend. Ist zwar noch etwas hin, bis meine Zwillinge soweit sind – aber die Zeit wird kommen und ich freue mich bis dahin schon mal darauf. Danke!
Liebe Ada,
und ich kenne noch nicht einmal die ersten beiden Teile. Okay, kennen schon, das ist nicht ganz richtig von mir ausgedrückt. Gelesen noch nicht, trifft’s am besten! Das will ich jetzt nach deiner schönen Rezension um so mehr, allein schon für meinen Neffen. Für den wäre das Buch sicherlich etwas ganz Großes!
Herzlichst,
Klappentexterin
Ich habe bisher gerade mal den ersten Teil gelesen und bin jetzt schon traurig, dass ich nur noch 2 Bände vor mir habe. Rico und Oskar sind einfach toll und der Humor genau mein Fall.
Liebe Ada,
den Band werde ich mir nun sofort aus der Bücherei mitbringen. Im Moment bin ich eh in einer Kinderbuchphase und da passt es richtig gut.
Ja, auch ich fand die ersten beiden Bände sehr gelungen. Ein richtig guter Mix aus Humor und ernsten Themen. Ich glaube, genau so kann man sie auch altersgerecht transportieren. Wobei zumindest Band 1 ja lieber von den Erwachsenen als den Kids gelesen wurde. LG
Ich kann dir nur zustimmen, es ist wirklich sehr schade, dass diese Kinderbuchreihe nun vorbei ist! Diese zwei Querdenker haben es uns auch angetan: http://www.firsturl.de/m1u8ixV
Beste Grüße
Liebe Ada,
auf Deine Rezension des dritten Bandes der “Rico und Oskar”-Reihe hin habe ich mir ja den ersten Band gekauft. Jetzt habe ich ihn ausgelesen und kann nur sagen: danke für den Tipp! Ich fand die Geschichte sehr warmherzig, witzig und anrührend. Ich werde jetzt auch noch die anderen beiden Bände lesen und werde danach wahrscheinlich einigen der Kommentatoren zustimmen müssen: schade, dass die Serie mit drei Bänden vorbei ist.
Viele Grüße
Beate