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Ich hatte das große Glück, in meiner Kindheit jeden Sommer mit meiner Familie verreisen zu können. Wenn ich dieses Glück nicht gehabt hätte, hätte ich es mir wahrscheinlich mit einer Decke und ein paar spannenden Büchern im Garten gemütlich gemacht, denn wenn ich schon nicht hätte wegfahren können, so hätte ich mir doch einen Weg gesucht, zumindest in Gedanken zu verreisen.

„Die Penderwicks“ ist so ein Gedankenreisebuch, denn während ich darin lese, fühle ich mich, als machte ich mit vier Schwestern und einem sehr sanftmütigen, wenn auch etwas merkwürdigen Vater Urlaub. Die Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein und doch ist jede von ihnen so liebenswert und lebendig, als wären sie Freundinnen von mir.

Wir wohnen in einem gemütlichen, kleinen Ferienhaus auf dem herrschaftlichen Anwesen Arundel. Eigentlich wollten wir woanders hinfahren, doch das Ferienhaus, das wir sonst immer mieten, stand in diesem Jahr nicht zur Verfügung und so kam es, dass wir mit viel Glück und der Empfehlung eines Freundes doch noch ein Haus gefunden haben, das für uns alle groß genug ist.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie schön es hier ist! Egal wohin man schaut, es ist überall grün. Es summt und brummt in den Gräsern und wir haben genug Zeit, die Gegend zu erkunden. Sogar Hound, unser Hund, hat ein ausreichend großes Plätzchen zum Schlafen gefunden, obwohl er eigentlich lieber bei Batty im Bett schläft.

Batty ist die Jüngste und läuft den ganzen Tag mit bunten Schmetterlingsflügeln durch die Gegend. Ihre Lieblingstiere sind – neben Hound versteht sich – Kaninchen und da ist es doch ein großes Glück, dass Cagney, der Gärtnerjunge, ausgerechnet zwei davon hat. Während sie die beiden mit Karotten füttert, schreibt Jane an ihrem neuesten Buch und Rosalind passt auf, dass wir keine Dummheiten machen, denn besonders Skye, die Zweitälteste und Störrischste von uns allen, hat den Kopf voller Flausen!

Wenn ihr nun glaubt, dass es doch schrecklich langweilig sein muss, den ganzen Tag im Garten rumzustreunern und nichts zu tun, dann irrt ihr euch, denn Mrs. Tifton, unsere Vermieterin, ist alles andere als eine sanftmütige Seele. Zwar hat uns Tomaten-Harry schon vor ihr gewarnt, doch wir konnten ja nicht ahnen, wie schrecklich sie wirklich ist, als Skye mit ihrem Sohn Jeffrey zusammenstieß und der uns daraufhin zu seiner Geburtstagsfeier eingeladen hat. Ich sage euch, diese Mrs. Tifton ist die furchtbarste und gemeinste Person, die es gibt! Stellt euch vor, was sie Jeffrey antun möchte! Sie möchte ihn… und alles nur weil… aber das konnte ja keiner ahnen und Dexter, dieser…, hat doch tatsächlich… Das ist doch nicht zu fassen!

Wie gut, dass die Penderwicks-Schwestern immer zusammenhalten und jede von ihnen die passenden Eigenschaften mitbringt, um der Langeweile den Garaus zu machen.

Als ich das Buch zuklappte, hatte ich ein lachendes und ein weinendes Auge – lachend, weil die Abenteuer auf Arundel so spannend und charmant geschrieben sind, dass ich gar nicht aufhören wollte zu lesen; weinend, weil ich mich als Teil davon fühlte und nicht nur die Schwestern Abschied nehmen mussten, sondern auch ich. Doch es gibt auch einen Trost, denn im Regal wartet bereits der zweite Band um die vier Schwestern, die in einer ganz gewöhnlichen Umgebung ganz ungewöhnliche Dinge erleben.

Wer realitätsnahe, aber sehr liebevoll geschilderte Kindergeschichten mag, wird sich in diesem Buch zuhause fühlen. Für mich ist es eine der schönsten Entdeckungen hinsichtlich dieses Genres und ich freue mich bereits jetzt, wenn ich wieder in die Welt der Penderwicks eintauchen darf!

Altersempfehlung: ab 9 Jahren

Die Reihenfolge der Bände:
Die Penderwicks
Die Penderwicks zu Hause
Die Penderwicks am Meer

© Ada Mitsou

288 Seiten / 3,95 € ~ Carlsen (März 2012) ~ ISBN: 3551311064

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