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Lovelybooks.de hat in diesem Jahr zum ersten Mal den Leser-Kompass 2009 vergeben, um fleißige Rezensenten für ihre Leistungen auszuzeichnen. 250 Bewerbungen erreichten die Redaktion, doch nur fünf Preise konnten vergeben werden. Die Jury, bestehend aus den Schriftstellern Ildikó von Kürthy, Oliver Bottini und Jörg Thadeuzs, hatten also die Qual der Wahl.

Leserrezension

Den Hauptpreis (2 Eintrittskarten für die Verleihung des internationalen Buchpreises „Corine 2009″) gewann der User Mr. Rail mit seiner Rezension zu „Alles, was du siehst“ von Stefan Beuse.

Doch es gab auch Sonderpreise zu vergeben. Einen davon bekam die Userin yoko mit ihrer Rezension zu „Die große Welt“ von Colum McCann. Die Begründung der Jury:

Die Rezensentin hat sich in das Buch verliebt. Und wie alle Verliebten wird sie von der eigenen Begeisterung manchmal aus der Kurve geschleudert. Und das ist rührend und mitreissend und ich werde das Buch kaufen, weil ich auch mal wieder gern verliebt wäre.

Für mich ein guter Anlass, der Rezensentin ein paar Fragen zu stellen:

Was bedeutet es dir, den Sonderpreis des Leserkompass 2009 gewonnen zu haben?

yoko: Der Preis ist eine Auszeichnung über die ich mich sehr freue. Ich bin immer noch überglücklich, so glücklich, dass ich die ganze Zeit tanzen könnte. Irgendwie fühle ich mich wie ein Schulmädchen, das von ihrer strengen Deutschlehrerin für ihren Aufsatz eine Eins plus erhalten hat.

Seit wann schreibst du Rezensionen?

Wirklich konzentriert schreibe ich Rezensionen, seitdem ich bei lovelybooks.de registriert bin. Davor habe ich vorwiegend Kurzgeschichten verfasst.

Und warum schreibst du sie?

In aller erster Linie sehe ich mich als Botschafterin für gute Literatur, jenseits der Bestsellerliste. Da ich nun täglich berufsbedingt mit Büchern zu tun habe, lese ich gezielt Bücher, die eher unbekannt sind, um sie bekannter zu machen, weil sie es in der Regel schwerer haben als die Stieg Larssons und Charlotte Links dieser Welt.

Bleibst du deinem Stil treu oder versuchst du ihn zu optimieren? Hast du Vorbilder?

Natürlich versuche ich meinen Stil ständig zu optimieren. Das Schreiben ist ähnlich wie das Malen ein Handwerk, das man trainieren muss. Anfangs habe ich mich, was den Aufbau betrifft, an Besprechungen in Zeitungen orientiert. Mittlerweile denke ich, dass ich meinen eigenen Stil für Rezensionen gefunden habe, der nicht nur mir, sondern auch anderen gefällt. Das ist gut und wichtig, immerhin will ich nur eines: Andere auf die Bücher neugierig machen, auf die sie so nicht gestoßen wären. Dafür ist der Berg an Neuerscheinungen jedes Jahr zu hoch. Und wie oben bereits erwähnt, sind Bestsellerautoren Selbstläufer, die eine große Werbetrommel im Rücken haben und sich von ganz allein verkaufen. Da haben es Bücher wie „Valerias letztes Gefecht“ oder „Tagsüber dieses strahlende Blau“ wesentlich schwerer. Vielleicht klingt es etwas kitschig, aber Bücher sind meine Kinder und ich ihre Mutter.

Zum Schluss ein Tipp: Welches aktuelle Buch kannst du den Lesern ans Herz legen?

„Zwei an einem Tag“ hat mich sehr beeindruckt. Ich weiß, ich weiß, das Buch steht aktuell in der Spiegel-Bestsellerliste. Ich wage aber mal vorsichtig zu behaupten, dass es dort nicht stehen würde, wenn Christine Westermann es nicht empfohlen hätte und es garantiert eines der zurückhaltenen Bücher gewesen wäre, dem ich gern eine Stimme gegeben hätte. Das ist genau die richtige Lektüre, um den trüben Wetter die Zunge herauszustecken. Eigentlich geht es um nichts anderes als „Boy meets Girl“. Eigentlich. Tatsächlich ist es eine rührende Geschichte über so viel mehr. Was? Das wird nicht verraten, nur so viel: Am Ende ist man traurig und glücklich zugleich.

Vielen Dank, yoko!

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