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Anfang der 40er Jahre: Der 23jährige Obergefreite Roth sitzt als Dolmetscher den SS-Verhören im besetzten Paris bei. Die Brutalität seiner Vorgesetzten schockiert ihn, dennoch erhebt er nicht das Wort dagegen – anders als Chantal. Sie ist eine junge Französin, die sich im Untergrund gegen die Besetzung der Deutschen wehrt.
Die beiden begegnen sich zum ersten Mal vor einer Buchhandlung in Paris. Roth, der das Mädchen auf einem seiner Streifzüge in zivil entdeckt, ist sofort verzaubert. Doch wie kann er ihr nahe kommen, ohne seine Herkunft und Arbeit Preis zu geben? Die Lösung scheint ein Doppelleben zu sein: Tagsüber ist Roth der Obergefreite aus Deutschland, abends ist er Antoine, der Franzose vom Land, der langsam Zugang zu Chantals Leben findet – ein gefährliches Unterfangen für alle Beteiligten…

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Michael Wallner versteht es mit einer sehr klaren, prägnanten Sprache Bilder zu erzeugen, die die Geschehnisse nahezu wie einen Film im Kopf ablaufen lassen. Auf bedeutungsschwangere Metaphern wird verzichtet, trotzdem wirkt das Geschriebene sehr lebendig. Das Tempo ist dabei recht schnell und die Ereignisse überschlagen sich, wodurch der Leser in einen Strudel aus Emotionen gezogen wird. Brutalität, Melancholie, Romantik und Verzweiflung sind die großen Themen des Romans. Dabei wird es nie kitschig oder abartig. Trotzdem bleibt die Wirkung nicht aus: Die Verhöre schockieren, die Liebesgeschichte berührt und das Versteckspiel erzeugt eine mitreißende Spannung. Ein grandioser Facettenreichtum, der mich überzeugen konnte!

© Ada Mitsou

240 Seiten / 8 € ~ btb (1. Oktober 2007) ~ ISBN: 3442736935

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