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Marc-Uwe hat einen neuen Mitbewohner: Das Känguru aus der Wohnung gegenüber! Hört sich komisch an? Ist es größtenteils auch!

Umgangssprachlich und kurzweilig zu lesen erzählt der Autor kleine Geschichten über das Zusammenleben mit dem Känguru: Sie gehen zusammen in die Kneipe, diskutieren über den Kapitalismus und Kommunismus, nehmen die Angestellten von Fast-Food-Ketten auf die Schippe oder streiten sich im Urlaub.
Die einzelnen Geschichten umfassen meist nicht mehr als zwei bis vier Seiten, wodurch der Leser dazu eingeladen wird, immer mal wieder in dem Buch zu blättern. Allerdings empfiehlt es sich, die Reihenfolge einzuhalten, da manche Geschichten den Witz von einer vorhergegangenen Episode wieder aufgreifen.

Wie bereits erwähnt ist der Stil dabei einfach und schlicht, allerdings verbergen sich hinter dieser Leichtigkeit lauter kleine Spitzen gegen Gesellschaft, Politik und Marketingstrategien. Kling kredenzt dem Leser die Geschichten auf recht bissige, satirische Weise – manchmal sinnfrei, manchmal jedoch mit mehr Gehalt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Ich persönlich habe mich dabei sehr amüsiert, musste jedoch des Öfteren kleine Lesepausen einlegen, da ich sonst unter einer Überdosis Känguru litt und lieber etwas anderes machen wollte. Ebenso gibt es Episoden, die so sinnfrei erscheinen, dass man sie sich eigentlich hätte sparen können.
Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Die Känguru-Chroniken“ um ein heiteres, etwas verrücktes Buch, das mir mehr als einmal ein Schmunzeln entlockte. Man sollte es nur richtig dosieren.

Für Fans von: Satire, Ironie und Nonsensliteratur in Häppchenform.

© Ada Mitsou

271 Seiten / 7,95 € ~ Ullstein (11. März 2009) ~ ISBN: 3548372570