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Ben und Sarah sind erst wenige Jahre verheiratet, als Sarah durch eine geplatzte Ader im Kopf ganz unerwartet stirbt. Zurück bleiben Ben und sein autistischer Stiefsohn Jacob. Als Ben Sarahs Sachen zusammenpackt, entdeckt er eine Kiste mit Zeitungsausschnitten über eine Kindesentführung. Zufälligerweise passierte das Verbrechen am selben Tag, an dem Jacob geboren wurde. Fragen schwirren durch Bens Kopf, ebenso Zweifel, die letztlich Überhand nehmen und ihn dazu veranlassen, nachzuforschen. Ben wird fündig und ein gewaltsamer Kampf um den kleinen Jacob beginnt…

Wer bei „Obsession“ die Kategorie Thriller im Kopf hat, sollte seine Vorstellung vor dem Lesen schnell über Bord werfen – und die David-Hunter-Sucht gleich hinterher, denn wer den vorliegenden Roman an den bekannten Krimis misst, wird bereits nach wenigen Seiten enttäuscht sein.
In meinen Augen muss man „Obsession“ als das sehen, was es ist: ein eigenständiges, früheres Werk von einem damals für uns noch unbekannten Beckett. Der Schreibstil wirkt nicht ganz so rund und die Geschichte an sich birgt zwar ein gewisses Potential an Spannung in sich, lebt jedoch hauptsächlich von den Reaktionen und Gefühlen der Hinterbliebenen, dem Erlangen von Macht und Kontrolle sowie dem Blick auf psychische Störungen.
Ich hatte beim Lesen manchmal das Gefühl, dass Beckett bei diesem Roman nicht so ausführlich recherchiert hat, wodurch die Geschichte im Ganzen etwas oberflächlich auf mich wirkt. Zudem muss man nicht wirklich forschen, wo der Hund begraben liegt, aber darauf kommt es eigentlich auch nicht an, da es kein typischer Whodunnit-Krimi ist.

Trotz diverser Mängel habe ich „Obsession“ jedoch schnell und gerne gelesen und mit den Charakteren mitgefiebert. Die Spannung war nicht außergewöhnlich groß, aber dennoch vorhanden.
Während die Handlung zu Beginn noch etwas stockt, wird sie im Laufe des Buches rasanter, etwas geheimnisvoller und auch schockierender.
In meinen Augen ist „Obsession“ kein Highlight, aber auch kein Schund. Ich bereue es nicht, den Roman gelesen zu haben, siedle die Bewertung jedoch im Mittelfeld an.

© Ada Mitsou

414 Seiten / 9,95 € ~ Rowohlt (17. März 2009) ~ ISBN: 3499248867

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