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~ Märchen, Mystik und Morde ~

In einer kleinen Stadt in Irland werden drei Frauenleichen gefunden. So wie es aussieht, wurden die Schwestern Fiona und Roisin Walsh von ihrer Tante Moira in deren Haus festgehalten und vergiftet. Ein drittes Zimmer ist leer – der oder die Gefangene spurlos verschwunden.
Was die Polizei zunächst im Dunkeln tappen lässt, klärt sich für den Briefträger Niall Stück für Stück auf. Er hat Fionas Tagebuch im Postamt gefunden und gebannt von ihren letzten Zeilen macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit…

Bei „Darling Jim“ handelt es sich nicht um einen typischen Thriller, obwohl alle passenden Zutaten vorhanden sind: Es geschehen Morde, Spuren werden verfolgt und Geheimnisse aufgedeckt. Geschildert wird das Ganze jedoch nicht aus der Sicht eines Ermittlers oder des Mörders, sondern durch die Gedanken und Gefühle der Walsh-Schwestern. Gebannt liest Niall ihre persönlichen Zeilen und kommt so Schritt für Schritt hinter die Geheimnisse.
Die Reihenfolge der Ereignisse wird dabei chronologisch erzählt, wobei hin und wieder Andeutungen gemacht werden, die aus den zukünftigen Vorgängen zwar kein großes Geheimnis mehr machen, jedoch trotzdem für Spannung sorgen, sodass man gerne weiter lesen möchte.
Die Sprache ist dabei eher umgangssprachlich und den jeweiligen Schwestern angepasst, wodurch man die Unterschiede in den Wesen der Schwestern herauslesen kann. Sprachlich ist „Darling Jim“ kein Highlight, aber auch keine Niete.

In den Thriller eingewebt findet man immer wieder mystische Elemente, wie z.B. verzauberte Wölfe, die durch Irlands Wälder irren, Brüder, die sich mit Flüchen belegen und Burgen mit schönen, kämpferischen Herrscherinnen. Was zunächst etwas fehlplaziert wirkt, fügt sich letztlich zu einer runden Geschichte zusammen und gibt dem Leser das Gefühl, dass eine Art Märchenthriller erzählt wird. Mich persönlich hat das nicht gestört. Die Atmosphäre wurde dadurch dichter und die Bilder im Kopf erschufen eine eigene Welt, in die ich abtauchen konnte. Da die Handlungsstränge dicht miteinander verwoben sind, hatte ich auch nicht das Gefühl, einen Thriller und ein Märchen parallel zu lesen.
Diese Erzählweise könnte jedoch eingefleischte Thrillerfans ein wenig irritieren oder stören.

Alles in allem handelt es sich bei „Darling Jim“ um einen Thriller, der das Lesetempo steigert, eine Familiengeschichte mit vielen Emotionen und ein Märchen, das Irland in eine geheimnisvolle Welt verzaubert. Die volle Punktzahl bekommt das Buch von mir nicht, ich halte es jedoch trotzdem für einen gelungenen Thriller mit Unterhaltungswert.

© Ada Mitsou

336 Seiten / 19,95 € ~ Piper (März 2009) ~ ISBN: 3492052568
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