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Die PR-Agentin Kate Powell kann mit ihrem Leben eigentlich zufrieden sein: Sie hat eine Haushälfte, einen gut laufenden Job und Freunde, die jederzeit für sie da sind. Doch eines hat Kate nicht: Glück in der Liebe.
Nach einer gescheiterten Beziehung und dem darauf folgenden seelischen Absturz hat sie der Männerwelt weitestgehend abgeschworen. Einen Kinderwunsch hegt sie trotzdem, weshalb sie sich dazu entschließt, sich künstlich befruchten zu lassen – allerdings möchte sie den Spender kennen. Durch eine Annonce lernt sie Alex Turner kennen, 34 Jahre alt, Psychologe und scheinbar der perfekte Kandidat. Die beiden freunden sich an, bis Kate eines Tages die Nachricht bekommt, dass Alex ermordet wurde…

„Flammenbrut“ ist – anders als „Obsession“ – wie auf dem Cover angekündigt ein Thriller. Um das sagen zu können, muss man allerdings das ganze Buch gelesen haben, da sich die ersten 100 Seiten ausschließlich mit Kates Arbeit, ihren Freunden und ihrer Vergangenheit beschäftigen. Weitere 100 Seiten später hat der Leser mittlerweile zwar auch Alex Turner kennen gelernt, doch die eigentliche Wendung, die Spannung und Dramatik eines Thrillers kommt erst in der zweiten Hälfte des Romans zum Einsatz. Man kann also guten Gewissens sagen, dass sich die Einleitung ganz schön in die Länge zieht. Kates Leben ist nicht unbedingt langweilig, doch mit einem Thriller hat es wenig gemein.

Erfahrene Leser wissen aber, dass Geduld manchmal belohnt wird und genauso verhält es sich mit „Flammenbrut“. Thriller-Fans, die das Buch nach der Hälfte noch nicht enttäuscht beiseite gelegt haben, werden nun auf ihre Kosten kommen. Das Erzähltempo wird rasanter, die Spannung steigt und die Handlung nimmt eine psychologisch interessante Wendung.
Anders als man es von der David-Hunter-Reihe kennt, gibt es erstaunlich wenige eklige Szenen. Dafür basiert Becketts Werk auf gewohnt guter Recherche. Ein Pluspunkt, der den Gesamteindruck in meinen Augen aufwertet.

Alles in allem bezeichne ich „Flammenbrut“ nicht als Top-Thriller. Dafür fesselt einen der Beginn des Buches zu wenig. Nichtsdestotrotz kriegt Beckett noch die Kurve und überzeugt mit einer überraschenden Wendung, einer interessanten Thematik und guter Recherche.
Wer bei der Stange bleibt, wird belohnt und bestimmt nicht so enttäuscht sein, wie es manche Leser von „Obsession“ waren. Ebenso ist eine hintergründige Annäherung an die Hunter-Romane erkennbar, obgleich sich ein direkter Vergleich nicht empfiehlt. Man sieht jedoch Becketts Entwicklung zu einem – in meinen Augen – guten Krimi-Autoren, weshalb ich nicht der Meinung bin, meine Zeit mit „Flammenbrut“ verschwendet zu haben.

© Ada Mitsou

400 Seiten / 9,95 € ~ Rowohlt (August 2009) ~ ISBN: 3499249162

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