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Yuri Balodis lebt mit seinen Eltern in Milwaukee. Dort geht der 15-Jährige zur Highschool, wohingegen sein Vater Rudolfs nachts als Hausmeister bei einem Autohändler arbeitet. Rudolfs liebt es auf dem Balkon Bourbon zu trinken und seinem Sohn abenteuerliche Geschichten über Lettland zu erzählen, denn von dort sind Yuris Eltern vor vielen Jahren heimlich in die USA geflüchtet. Sie lieben das Land und die amerikanische Art zu leben, weshalb sie nicht verstehen können, wie sich Yuri plötzlich für den Sozialismus stark machen kann. Dahinter steckt jedoch nicht politisches Interesse, sondern Hannah, eine Mitschülerin, in die Yuri hoffnungslos verliebt ist. Und dann gibt es da auch noch Rudolfs Cousin Ivan, der eines Tages mitsamt seiner Familie zu Besuch kommt und scheinbar nicht ganz sauber ist…

Toutonghi erzählt eine herzlich-warme Familienkomödie, die zugleich urkomisch, aber auch tragisch ist. Zum einen geht es ums Erwachsenwerden, die erste Liebe und den ersten Herzschmerz, zum anderen um den Zusammenhalt einer Immigrantenfamilie, die durch ihre Lebensart manchmal unfreiwillig komisch wirkt.
Zu Beginn des Romans wusste ich nicht recht, ob mir die Handlung zusagen würde, doch nach und nach zog mich das Leben der Balodis in seinen Bann und ich konnte mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Geschmunzelt habe ich oft, hin und wieder entglitten mir Seufzer und ein großer Schreckmoment war auch dabei.
Geschrieben ist das Ganze aus Yuris Sicht. Der Schreibstil liest sich flüssig und zahlreiche Dialoge lockern die Handlung auf, wodurch die Figuren lebendig werden.
Eine Geschichte, die ich jedem ans Herz legen kann, denn genau dorthin trifft sie!

© Ada Mitsou

368 Seiten / 14,90 € ~ Rowohlt (6. März 2009) ~ ISBN: 3871346349

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