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Detective Chief Inspector Lapslie wird trotz seiner Beurlaubung eines Morgens zu einem Einsatz gerufen. Was zunächst nach einem Verkehrsunfall aussieht, entpuppt sich nach und nach zu einer rätselhaften Mordserie. Die zweite Leiche am Unfallort scheint bereits seit längerem tot zu sein, zudem bezieht die ältere Dame anscheinend immer noch Mieteinnahmen und schreibt Postkarten an ihre Nachbarn. Lapslie steht vor einem Fall, der viele Fragen aufwirft, doch seine Vorgesetzten verwehren die nötigen Hilfsmittel, sodass er sich letztlich allein mit seiner Kollegin auf die Spurensuche macht…

„Kaltes Gift“ ist aus zwei Perspektiven geschrieben: Zum einen erlebt der Leser die Ereignisse aus Sicht der Mörderin, zum anderen kann er die Ermittlungen durch die Augen des Polizisten Lapslie verfolgen. Durch diese Art des Schreibens bleibt es natürlich kein Geheimnis, wie die Täterin vorgeht und was ihr nächster Schritt sein wird. Lediglich ihr Motiv liegt zunächst im Verborgenen.

Durch den Aufhänger zu Beginn des Krimis ist des Rätsels Lösung jedoch etwas vorhersehbar und der Kreis der Verdächtigen eher begrenzt. So hat man schon recht früh eine Ahnung, welche Beweggründe die alte Dame für ihre Morde hat. Diese Vorhersehbarkeit tut dem Ganzen allerdings keinen Abbruch, da sich die Psyche der Mörderin und ihre Taktik sehr interessant lesen.

Die Sprache ist dabei eher ruhig, gemächlich, manchmal auch etwas ausschweifend. Hier geht es also nicht so rasant zu wie in manch anderem Krimi oder Thriller. Trotzdem reihen sich die Worte flüssig aneinander.

Was mich persönlich etwas störte, war die Erkrankung Lapslies. Synästhesie bedeutet, dass Menschen zwei Wahrnehmungen miteinander koppeln; so verbindet Lapslie mit bestimmten Geräuschen bestimmte Geschmacksrichtungen.
Zwar reiht McCrery seinen Protagonisten damit nicht in die Riege der alkoholsüchtigen Ermittler ein, aber meiner Meinung nach sind die Einstreuungen der Symptome überflüssig. Sie bringen die Geschichte nicht wirklich voran und eigentlich hat die Handlung diesen Bonus auch nicht nötig.

Fazit: Kaltes Gift ist ein ruhiger, psychologischer Krimi, der den Leser auf seine Art durchaus gefangen nehmen kann. Ein zwei blutige, eklige Szenen sind vorhanden, allerdings basiert der Plot hauptsächlich auf der Komplexität von der  Psyche der Mörderin. Für deren ausgereiften Charakter und die im Ganzen doch originelle Geschichte gibt es von mir 4 Sterne.

© Ada Mitsou

384 Seiten / 16,95 € ~ Droemer/Knaur (2. April 2009) ~ ISBN: 342619791X