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Es heißt, „Bad Monkeys“ sei wie eine Achterbahnfahrt und genauso ging es meinen Gedanken bei dem Verfassen der Rezension, weshalb der Versuch ein bisschen wirr erscheinen mag. Auf den Roman trifft das jedoch nur bedingt zu…

Jane Charlotte ist eine Art Auftragskillerin. Sie arbeitet für die Organisation Bad Monkeys, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt von Bösewichtern zu befreien. Jane bekämpft dabei also das Böse, jedoch nicht das Verbrechen, denn ihre Opfer sind potentielle Kinderschänder und Mörder, die aus dem Verkehr gezogen werden, bevor sie (weiteren) Schaden anrichten können. Bei ihrem letzten Auftrag ging allerdings etwas schief, weshalb sie nun in der Psychiatrie des Gefängnisses von Las Vegas sitzt und dort ihre ganz eigene Geschichte erzählt…

Gewohnt rasant, jedoch mit kleinen Schwächen

„Bad Monkeys“ ist in gewohnt guter Ruff-Manier geschrieben. Das Tempo ist rasant, die Ereignisse verrückt und das Geschriebene mit einer guten Portion Sarkasmus ziemlich unterhaltsam.
Die Geschichte wird als Rückblick erzählt, sodass sich der Leser  zu Beginn des Buches im Gefängnis befindet. Dort sitzt Jane im Verhörzimmer und erzählt einem Psychologen die Geschichte ihres Werdegangs. Wir lernen sie als rebellischen Teenager kennen, begleiten sie in das Kaff ihrer Verwandten, bei denen sie aufwächst und verfolgen ihren Aufstieg bei Bad Monkeys.
Thematisch geht es um Gut und Böse sowie die Frage, ob der Mord an einem Menschen mit krimineller Energie, also einem schlechten Affen, moralisch vertretbar ist. Aufgemacht ist das Ganze wie ein Actionthriller, den man jederzeit auch im Kino sehen könnte – es mangelt also keineswegs an Spannung.
Allerdings tritt der zu Beginn eingestreute, schwarze Humor, den ich an Ruffs Büchern so mag, im Laufe des Buches in den Hintergrund. Nichtsdestotrotz ist die Handlung raffiniert konstruiert. Man ahnt zwar, dass an Janes Geschichte etwas faul ist, doch die Auflösung birgt trotzdem einen guten Überraschungseffekt in sich.

In meinen Augen reicht „Bad Monkeys“ nicht ganz an die anderen Romane des Autors ran. Zwar ist der Stil wie immer sehr fesselnd und rasant und die Ereignisse sprühen vor Fantasie, doch hier und da lassen die Raffinesse und der Humor etwas nach, bevor der große Showdown kommt.
Alles in allem jedoch wieder ein gelungenes Buch des amerikanischen Autors!

Angemerkt: In meiner persönlichen Ruff-Hitliste steht „Ich und die anderen“ an erster Stelle, dicht gefolgt von „Fool on the Hill“. Bad Monkeys landet also folglich „nur“ auf Platz drei.

© Ada Mitsou

272 Seiten / 8,95 € ~ dtv (1. November 2009) ~ ISBN: 3423211792

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