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Vor einigen Wochen habe ich im Zuge einer Lesung „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ erworben: Ein Kinderbuch, das mich sehr begeistert hat! Umso erfreuter war ich, als ich endlich den zweiten Teil in den Händen halten konnte: „Rico, Oskar und das Herzgebreche“.


Achtung: Leser, die den ersten Teil nicht kennen, ihn aber noch lesen möchten, könnten durch meine Rezension Dinge erfahren, die sie eigentlich lieber selber nachgelesen hätten. Sie gehören jedoch zum zweiten Band dazu und können deshalb nicht weggelassen werden.

Strapaze: Wenn etwas sehr anstrengend ist. Man könnte also genauso gut Sehranstrengung dazu sagen, weil Fremdwörter für Tiefbegabte eine Strapaze sind, aber das tut natürlich keiner.

Rico ist seit kurzer Zeit wieder aus dem Krankenhaus raus. Er hat die Entführungsgeschichte und Mister 2000 gut überstanden, doch seinen neuen Freund Oskar vermisst er sehr. Der ist nämlich direkt nach der Auflösung des Verbrechens mit seinem Vater nach Dänemark gefahren. Zwei Wochen war er weg, doch heute kommt er endlich wieder! Das Beste: Mama, Rico und Oskar gehen zusammen zum Bingo und danach darf Oskar bei Rico übernachten.
Doch bei besagtem Bingoabend kommt etwas Furchtbares ans Licht: Mama hat geschummelt! Handelt es sich bei den Taschen, die sie schon so oft gewonnen hat, vielleicht um echte Ledertaschen? Und was hat Boris damit zu tun, Mamas Chef, der aussieht, als hätte er sich als Kind den Kopf in einer Tür gequetscht?
Rico und Oskar verfolgen eine heiße Spur…

Wie bereits im ersten Teil der Reihe erzählt Rico auch in diesem Band, was er alles erlebt. Er schreibt Tagebuch und hält soviel wie möglich fest, damit er nicht die Hälfte vergisst. Rico ist nämlich tiefbegabt und manchmal fliegen in seinem Kopf die Bingokugeln durcheinander, bis irgendwann etwas Wichtiges einfach herausfällt. Die Lösung mit dem Tagebuch klappt ganz gut, sodass der Leser alles gespannt mitverfolgen kann.
Allerdings wirkt die erste Hälfte des Buch alltäglich, da Rico erstmal erzählt, was vorher alles passiert ist, wie er mit Oskar Eis essen geht und ein typischer Fernsehabend bei Frau Dahling darf auch nicht fehlen. Erst als die beiden Jungen entdecken, dass Mama schummelt und in irgendeinem bösen Schlamassel steckt, kommt Spannung in die Geschichte, bis schließlich alles in einem großen Finale endet.

In „Rico, Oskar und das Herzgebreche“ werden bereits bekannte Charaktere vertieft. Manche haben sich verändert, manche sind noch genauso wie früher. Aber es kommen auch neue Personen hinzu, so z.B. Herr van Scherten, ein Rentner, der seine Frau verlor, oder diese komische Frau, die neuerdings mit dem Bühl Champagner trinkt.
Rico selbst ist wie gewohnt liebenswert. Er möchte die Welt verstehen, ist ängstlich und mutig zugleich und erklärt auf seine ganz eigene Art Fremdwörter. Manchmal ist er dabei unfreiwillig komisch, doch dumm ist er trotz seines Defizits keineswegs.

Neue Bundesländer: Im Atlas Brandenburg und Thüringen, Sachsen zum Anhalten, Sachsen zum Durchfahren und Meck.-V.pomm. Es gibt noch mehr Bundesländer, aber die sind alt und sterben sicher bald aus. Es lohnt sich also kaum, die Namen zu lernen.

Steinhöfel schreibt mit viel Gefühl, einer passenden Portion Tiefgang, aber auch mit Humor und einem zwinkernden Auge. Der erste Teil hat mir zwar einen Tick besser gefallen, doch auch diesem Band mangelt es nicht an Originalität und Spannung. Sollte also irgendwann ein weiteres Abenteuer mit den beiden Freunden erscheinen, werde ich es mir sicher zulegen!

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Teil 1 / Teil 3

© Ada Mitsou

269 Seiten / 12,90 € ~ Carlsen (April 2009) ~ ISBN: 3551554595

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