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Die Familie Mennym lebt seit dem Tod von Tante Kate in einer herrschaftlichen Villa in der Brocklehurst Grave Nummer 5. Die zehnköpfige Familie ist ein eingespieltes Team: Mutter Vinetta kümmert sich um die Küche und Näharbeiten, ihr Mann Joshua arbeitet als Nachtwächter, Oma Tulip macht die Buchführung und Sir Magnus weiß immer, was zu tun ist. Googles und die Zwillinge Poopie und Wimpey sind noch klein, Appleby und Soobie sind Teenager.

Eines Tages flattert ein Brief ins Haus: Der Australier Albert Pond hat die Villa von seinem Onkel geerbt. Seit 40 Jahren hatten die Mennyms keinen direkten Kontakt zu ihrem Vermieter, doch Albert möchte die Familie unbedingt kennenlernen. Was für ein Unglück! Die Mennyms sind nämlich keineswegs normal. Zwar leben sie wie gewöhnliche Menschen, doch eigentlich sind sie lebendige Lumpenpuppen, die Tante Kate vor ihrem Tod genäht hat. Ihre Körper bestehen aus Stoff und ihre Augen sind Knöpfe. Sie können weder essen noch trinken, doch sprechen und hören können sie sehr gut. Wenn sie das Haus verlassen, müssen sie sich gut vermummen, damit keiner sieht, was sie wirklich sind.
Da versetzt sie der Brief natürlich in helle Aufregung! Was passiert, wenn Albert hinter ihr Geheimnis kommt? Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren…

Sylvia Waugh hat eine außergewöhnliche Geschichte über eine ganz gewöhnliche Familie geschrieben. Die Beziehungen innerhalb der Familie sind genauso wie man sie in jedem Haushalt finden kann: Die Kinder streiten oder spielen, Appleby ist rebellisch und modebewusst, Soobie mimt den Einzelgänger und Joshua ist der arbeitende Vater. Das alles schildert Waugh auf einfache, alltägliche Weise, sodass das Lesen nicht schwer fällt und man schnell durchblickt, wer welche Aufgabe hat.

Das Besondere an diesem Kinderbuch ist die Atmosphäre. Das Zusammenleben wirkt sehr liebevoll, aber auch ein bisschen schrullig. In der Luft hängt ein bisschen Staub, aber auch warmes Licht und Gemütlichkeit.
Die andere Besonderheit ist natürlich die Tatsache, dass es sich bei den Mennyms um Puppen handelt. Sie waschen sich nur flüchtig, ihr Essen ist aus Pappe und wenn sie sich verletzen, müssen sie genäht werden. Ihr halbes Leben besteht aus So-tun-als-ob.
Als Kind kann man dadurch in eine kleine Fantasiewelt abtauchen, der es an Spannung nicht mangelt, da ab der Mitte des Buches unerwartete Ereignisse alles durcheinander bringen.

Alles in allem halte ich „Die Mennyms“ für ein empfehlenswertes Kinderbuch. Es hat zwar hier und da kleine Längen und ist im Allgemeinen ein eher ruhiges Buch, doch ab einem gewissen Punkt wird es aufregend.
Ein Buch für alle, die eine schöne Atmosphäre und wunderliche Geschichten mögen!

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Info:
Das Buch „Die Mennyms“ ist Bestandteil einer Serie mit fünf Bänden. Die weiteren Bände heißen:
Band 2: Die Mennyms auf der Flucht
Band 3: Die Mennyms in der Falle
Band 4: Die Mennyms unter Menschen
Band 5: Die Mennyms ganz allein

© Ada Mitsou

240 Seiten / gebraucht erhältlich ~ dtv (1. Januar 2000) ~ ISBN: 3423620102

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