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Novencento ist ein Findelkind, das Auswanderer auf ihrer Reise nach Amerika auf einem Luxusdampfer ausgesetzt haben. Sie haben das Baby auf dem Klavier im Saal der ersten Klasse abgelegt, damit es eines Tages ein besseres Leben haben wird. Und genau dort findet es der Matrose Danny Boodmann. Er zieht den Jungen bis zu seinem Tod groß, danach ist das Kind auf sich selbst gestellt.
Einige Jahre später ist Novecento der größte Pianist, den es jemals auf einem Schiff gegeben hat. Er kann mit seiner Musik Menschen verzaubern, allerdings nur an Bord, denn an Land ist der mittlerweile junge Mann noch nie gewesen. Bis zu dem Tag, an dem er die Treppe hinab steigt, um endlich das Festland zu betreten…

Ein schönes, kleines Büchlein, das trotz seiner teilweise recht derben Sprache etwas Liebenswertes ausstrahlt.
Erzählt wird die Geschichte von Tim, dem Trompeter der Schiffsband und gleichzeitig Novecentos bestem Freund. Die Ausdrucksweise ist dabei manchmal etwas vulgär, sodass es scheint, als wolle das, was gesagt wird und die Art, wie es gesagt wird, nicht recht zusammen passen. Wenn man darüber hinweg sehen kann, stört das den Erzählfluss keineswegs, allerdings fällt  „Novecento“ dadurch meines Erachtens eindeutig in die Kategorie „Geschmacksache“, da diese Gegensätzlichkeit  sicherlich nicht jedem zusagen wird.
Auf der anderen Seite handelt es sich um eine sehr poetische Erzählung, in der es um Musik, Menschen und Sehnsucht geht. Ich habe die 90 Seiten  in einem Rutsch gelesen und sie hinterließen bei mir ein warmes, etwas wehmütiges Gefühl, das ich gerne weiterempfehlen möchte.

© Ada Mitsou

Meine Ausgabe ist bereits vergriffen, weshalb ich hier die Daten der neueren Ausgabe angebe:

80 Seiten / 7,90 € ~ dtv (1. Mai 2006) ~ ISBN: 3423134577

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