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Das zweite Buch des schwedischen Schriftsstellers Johan Theorin führt uns wieder auf die Insel Öland. Obwohl die meisten Schweden dort nur ein Sommerhaus haben und die Jugend sich längst verabschiedet hat, beschließen Katrine und Joakim Westin mit ihren Kindern Livia und Gabriel einen alten Hof zu kaufen. Aludden ist ein Anwesen mit Vergangenheit: Der Hof wurde früher aus den Planken eines Schiffswracks gebaut und diente dazu, den Leuchtturmwärtern ein Zuhause zu geben. Doch es scheint, als sei Aludden verflucht. In regelmäßigen Abständen passieren dort Unglücksfälle. Die unzähligen Namen der Toten sind in ein Brett in der Scheune geritzt.
Familie Westin berührt dies zunächst nicht. Unbeirrt von den Legenden freuen sie sich über ihr neues Heim am Meer und renovieren die Räumlichkeiten mit Hingabe – bis zu dem Tag, als Joakim einen Anruf bekommt: Seine Tochter Livia sei ertrunken!

Zur gleichen Zeit landet die junge Polizistin Tilda Davidsson auf Öland. Sie soll die Polizeistation leiten und bekommt prompt ihren ersten Fall. Eine Serie von Einbrüchen beunruhigt die Inselbewohner.
Tilda ist nicht nur ehrgeizig, sondern auch neugierig, wodurch sie beiden Fällen, dem Unglück bei den Leuchttürmen und den Diebstählen, auf den Grund gehen möchte.
Gespenstische Vorgänge und rationale Ermittlungen stehen sich gegenüber….

„Nebelsturm“ hat mir noch besser gefallen als der Vorgänger „Öland“. Zwar ist die Atmosphäre in letzterem auch düster, doch wirkt die Stimmung im vorliegenden Werk fesselnder.
Durch den Perspektivenwechsel begleitet der Leser alle für die Handlung relevanten Personen durch ihren Alltag. Jede von ihnen hat eine eigene Geschichte, die zwar nicht immer im Detail beschrieben wird, aber doch so, dass die Figuren authentisch wirken.
In diese realen Begebenheiten werden Gespenstergeschichten aus alten Zeiten gewebt. Die Stimmung ist unheimlich, ja, manchmal sogar richtig gruselig, das raue Wetter jagt dem Leser einen Schauer über den Rücken und bis zuletzt fragt man sich, ob diese Geschichten nun wahr sind oder doch bloß erfunden.

Aufgrund der großen Portion an Mystik würde ich „Nebelsturm“ nicht ausschließlich als Krimi, sondern eher als Schauergeschichte bezeichnen. Das „Übersinnliche“ wirkt dabei so real, dass man sich nicht veräppelt vorkommt und vollkommen in Aluddens Vergangenheit eintauchen kann.
Zwar gibt es auch eine Verbrecherjagd, doch mir kam es so vor, als bilde diese nur eine für Action sorgende Nebenhandlung. Im Vordergrund stehen Joakims Trauerbewältigung und der Glaube daran, dass Geister stets gegenwärtig sind.

Alles in allem konnte mich „Nebelsturm“ absolut in seinen Bann ziehen! Durch die Spannung liest es sich sehr schnell, die Atmosphäre lässt einen frösteln und die Auflösung überrascht, auch wenn sie eher nebensächlich ist.
Ein ideales Buch für kalte Winterabende und Leser, die düstere Legenden mögen und sich auch gerne ein bisschen gruseln!

Teil 1 / Teil 3

© Ada Mitsou

446 Seiten / 19,95 € ~ Piper (Dezember 2009) ~ ISBN: 3492050913

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