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mit Illustrationen von Jane Chapman

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Stellt euch vor, es ist ein kalter, regnerischer Herbstabend.
Während draußen feine Wassertropfen an der Fensterscheibe herunter laufen, macht ihr es euch in eurer Höhle gemütlich. Im Kerzenschein kuschelt ihr euch unter die warme Decke, drückt das Gesicht ins weiche Kissen und schlummert sanft ein…

Doch Achtung! Was ist das?!
Jemand kratzt an der Hauswand!
Große Schatten zeichnen sich vor dem Fenster ab!
Und es donnert und blitzt ganz fürchterlich!

So ganz geheuer ist einem das nicht, vor allen Dingen nicht kleinen ängstlichen Bärenkindern, die glauben, dass ein schreckliches Monster vor der Tür steht, um sie zu holen. Schnell klettern sie eines nach dem anderen ins elterliche Bett, während Papa Bär beschwichtigend brummt, dass es doch gar keine Monster gebe. Doch während die Kinder beschützt einschlafen, fühlt sich Papa Bär zunehmend unwohl. Könnte der Schatten da an der Wand nicht doch von einem Monster sein? Und überhaupt hört sich das Donnern ganz schön unheimlich an… Langsam zieht er sich die Decke über den Kopf und kuschelt sich an seine Familie. Die jedoch schreckt zitternd hoch, als es plötzlich laut und furchterregend an der Tür klopft…

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Mit den fünf Angstbären hat Paul Bright eine sehr liebevolle Geschichte über die Bewältigung von kindlichen Ängsten geschrieben. Wenn es draußen stürmt und blitzt, malen sich Kinder in ihrer Phantasie die furchterregendsten Dinge aus: Geräusche aus der Dunkelheit lassen heranschleichende Monster vermuten, das Knarzen der Bäume hört sich gruselig an und lautes Donnergrollen wirkt bedrohlich.
Im Schein der Kerzen und bei Mama und Papa im Bett ist es da doch gleich viel sicherer. Doch was passiert, wenn plötzlich auch Papa Angst bekommt?

Bright zeigt, dass nicht nur die Kleinen Angst haben, sondern manchmal auch die Großen. Es ist nicht schlimm, sich im Dunkeln zu fürchten, doch meistens spielt einem die Phantasie nur einen bösen Streich. Im Nachhinein steckt hinter dem Auslöser für die Angst etwas ganz Harmloses, das einen sogar zum Lachen bringen kann, wenn man erstmal herausgefunden hat, worum es sich dabei handelt.

Von der Umsetzung dieses Bilderbuches bin ich begeistert! Der Text ist leicht verständlich und weder zu lang noch zu kurz. An den entscheidenden Stellen biegt sich die große Schrift und passt sich an die Empfindungen der Bärenfamilie an: Beim Stottern wird sie langsam größer, bei Blitzen bilden die Wörter Zacken und der heulende Wind versetzt ganze Sätze in Schwingung.

Neben diesen eingestreuten Besonderheiten spielen die Farben der Illustrationen eine tragende Rolle. In der Bärenhöhle ist es äußerst gemütlich. Satte Gelb- und Orangetöne verleihen den Bildern eine kuschelige Wärme. Draußen hingegen ist es kalt und unheimlich, was schwarze Schatten und ein dunkles Blau zum Ausdruck bringen.
Jane Chapman spielt gekonnt mit Perspektiven und Stimmungen. Die Furcht der Bären erkennt man genauso gut wie ihre Erleichterung und Zufriedenheit. Zudem wirken die Zeichnungen sehr niedlich und liebevoll.

„Fünf Angstbären und ein unheimlicher Gast“ ist in meinen Augen ein wunderschönes Bilderbuch, das sich bestens zum Vorlesen, aber auch für Erstleser eignet. Der Text ist kindgerecht geschrieben, der Inhalt hilft dabei, die nächtlichen Ängste zu bewältigen und die Bilder sind einfach nur warm und herzlich gezeichnet.
5 Sterne und eine ausdrückliche Empfehlung!

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

© Ada Mitsou

32 Seiten / 12,90 € ~ Loewe Verlag (15. Januar 2009) ~ ISBN: 3785565852

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