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mit Illustrationen von Jane Chapman

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Das Leben in der Großfamilie kann manchmal ganz schön anstrengend sein!
Obwohl der kleine Hase seine Geschwister sehr lieb hat, hält er es eines Nachts nicht mehr aus. Im Hasenbau ist es furchtbar eng und als seine Schwester Fine ihn dann auch noch als Wärmflasche benutzt, ergreift er kurzerhand die Flucht.
Mit Hilfe von Herrn Albatros fliegt der kleine Hase ins Nordsternland. Dort erwartet den Abenteurer nicht nur glitzernder Schnee, sondern vor allen Dingen jede Menge Platz. Übermütig und glücklich tollt er durch die weiße Landschaft, bis er plötzlich in eine Eishöhle rutscht. Was sich zunächst schrecklich schön angefühlt hat, wird nun ziemlich ungemütlich. Der kleine Hase vermisst seine Geschwister und würde sich am liebsten ganz fest an sie rankuscheln. Doch wie soll er bloß aus dieser eisigen Höhle herauskommen und zurück nach Hause finden…

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Wenn ich mir Jane Chapmans Illustrationen ansehe, zupft regelmäßig das kleine Mädchen von früher an meinem Ärmel und flüstert mir verzückt ins Ohr, wie furchtbar niedlich die abgebildeten Tiere doch sind. Direkt auf der ersten Doppelseite bringen einen die vielen  aneinander gekuschelten Häschen zum Lächeln. Das eine schläft mit so weit geöffnetem Mäulchen, dass man das Schnarchen förmlich hören kann.
Gemütlich ist es hier. Die warmen Erdtöne umfangen einen und die weichen Tiere schmiegen sich wohlig aneinander. Nur einer findet das gar nicht gut: Der kleine Hase, der von der Enge um den Schlaf geraubt wird.

Draußen hingegen ist die Nacht in tiefes Blau gehüllt. Im Nordsternland wirbeln violette Schneeflocken über die Seiten und das weiß-silbrige Eis lässt einen die Kälte spüren. Auf dem Cover zieren sogar kleine Glitzerpartikel die Schneekronen, was ein schöner Blickfang ist.

Chapmans Spiel mit Farben und Perspektiven untermalt nicht nur die Ereignisse der Handlung, sondern verdeutlicht auch sehr gut die beschriebenen Gefühle. So sieht man den kleinen Hasen zum Beispiel von ganz weit oben, während er sich schrecklich einsam fühlt und winzig klein zu wärmen versucht. Bei dem Fall in die Eishöhle wirbelt er von links oben quer über die Doppelseite nach rechts unten.
In meinen Augen hat die Illustratorin eine wirklich stimmige und schöne Bilderwelt erschaffen.

Doch auch Elizabeth Baguley trägt dazu bei, dass ich dieses Bilderbuch gerne weiterempfehlen möchte. Mit einfachen Worten erzählt sie eine sehr liebevolle Geschichte über den Wunsch nach Ruhe und das Vermissen, wenn niemand mehr da ist.
Manchmal können Geschwister ganz schön nerven, sodass man einfach mal alleine sein möchte. Dabei erlebt man ganz persönliche, wundersame Abenteuer, doch irgendwann treibt einen die Sehnsucht wieder nach Hause  und man lernt genau das, was einen vorher so gestört hat, zu schätzen.

Ein tolles Bilderbuch, das Abenteuer und Sicherheit zugleich vermittelt und sich hervorragend zum Vorlesen an gemütlichen Winterabenden eignet.

Altersempfehlung: ab 3 Jahren

© Ada Mitsou

32 Seiten / 12,90 € ~ Loewe Verlag (Juni 2007) ~ ISBN: 3785560419

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