Schlagwörter

, , , , , , ,

Ein Schau- und Suchbuch

~

Abwechslung macht Kinderliteratur spannender, weswegen ich heute wieder ein Buch ohne Text vorstellen möchte. Drehte sich neulich alles um Erzählbilder, gehe ich heute auf ein Buch ein, das aus Schau- und Suchbildern besteht.

„Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“ ist Katrin Wiehles erstes Bilderbuch und zugleich ihre Abschlussarbeit am Savannah College of Art and Design in Atlanta. Darin geht es um den Abenteurer Professor Pfeffer, der Tiere auf der ganzen Welt erforscht. So besucht er z.B. die Bewohner des Waldes, die Tiere im Dschungel, taucht in die Unterwasserwelt ein und füttert die Hühner auf der Weide. Insgesamt nimmt er die Fauna von sechs verschiedenen Lebensräumen unter die Lupe. Im Vordergrund stehen die dafür typischen Bewohner, die jeweils eine Doppelseite für sich beanspruchen. Im Anhang findet man alle Tiere noch mal einzeln abgebildet inklusive ihrer zoologisch korrekten Bezeichnung.

Die Illustrationen sind recht schlicht und großflächig gehalten. Die gedeckten Farben empfinde ich als sehr passend und geschmackvoll, was dem Buch im Bilderbuchdschungel eine ganz eigene Note gibt. Zudem lässt Wiehle eine wahre Vielfalt an Tieren auftreten: Von der Seegurke über den Tukan bis hin zum Wildschwein ist alles dabei. Allerdings muss ich einräumen, dass mich die Bilder zwar als kleines Kunstwerk, nicht aber als Bilderbuchinhalt allein fesseln würden. Dafür tritt der erzählende Aspekt zu sehr in den Hintergrund.

Um diesen Schwachpunkt auszugleichen, hat sich Wiehle etwas Besonderes einfallen lassen: Auf jeder Doppelseite ist ein Tier abgebildet, das nicht in den dargestellten Lebensraum hineinpasst. So versteckt sich z.B. im Dschungel ein kleines Schaf auf einem Baum und in der Savanne geht ein Pinguin spazieren. Die Aufgabe der kleinen Betrachter ist es nun, durch genaues Hinsehen herauszufinden, welches Tier nicht ins Bild passt und wenn möglich auch zu begründen warum und in welchem Lebensraum es eigentlich zuhause ist.

Was sich nun ganz einfach anhört, gestaltet sich auf so mancher Seite ganz schön knifflig. Man muss schon genau und aufmerksam hinschauen, um das verirrte Tier zu finden. Das Schöne dabei ist, dass man durch das genaue Schauen Details entdeckt, die man sonst leicht übersehen würde: Das Erdmännchen reicht der Hyäne eine Blume, Krokodil und Zebra reiben die Nasen aneinander und zwei kleine Fische küssen sich am unteren Bildrand.
Mit dabei ist immer Professor Pfeffer, der stets passend gekleidet ist und alles mit seiner Kamera dokumentiert.

Ohne diese eingebauten Rätsel wäre das Buch auf jeden Fall schön anzusehen, doch der pädagogische Wert bliebe etwas auf der Strecke. Die versteckten Tiere verführen jedoch dazu, sich alles ganz genau anzusehen und sich mit dem Gezeigten auseinanderzusetzen. Die Rätsel gestalten das Ansehen spannender, die eingebauten Details machen einen liebevollen Eindruck und nebenbei lernt man die Vielfalt der Tierwelt kennen.
Genau wie „Norbert Nackendick“ oder sogar noch besser lädt dieses Buch dazu ein, sich die Tiere im Zoo anzusehen und deren Lebensräumen auf den Grund zu gehen.

Alles in allem handelt es sich bei „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“ um ein gelungenes Bilderbuch, dem zwar keine spannende Geschichte zugrunde liegt, das jedoch dazu anregt, sich alles ganz genau anzusehen und so die vielseitige Welt der Tiere auf spielerische Art kennenzulernen.

Altersempfehlung: ab 4 Jahren

© Ada Mitsou

32 Seiten / 14,95 € ~ Beltz (26. Juli 2010) ~ ISBN: 3407794231

Advertisements