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Es gibt Bücher, die auf der Wunschliste ganz weit oben stehen und bei denen man es kaum erwarten kann, sie endlich zu lesen. Seit dem Erscheinungstermin vom amerikanischen Mädchen (2008) habe ich darauf gehofft, es mir möglichst bald ertauschen zu können. Als es dann endlich dazu kam, war die Vorfreude groß.

Trotzdem werde ich es nun nach knapp 200 Seiten zur Seite legen und das, obwohl die finnische und französische Presse voll des Lobes war: Monika Fagerholms Roman sei eine atemberaubend reiche Erzählung (Kiiltomato), ihr bislang bestes Buch (Smalandsposten) und die Autorin erinnere an eine sanftmütige, nordische Zauberin, eine große Schwester der isländischen Björk (Elle).

Solche Kritiken wecken natürlich hohe Erwartungen, allerdings weiß ich, dass so viel Lob auch tückisch sein kann. Manchmal sind die Erwartungen dann einfach so hoch, dass das Buch den eigenen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden kann. Ich habe mich also auf „Das amerikanische Mädchen“ gefreut, meine Erwartungen jedoch zurückgeschraubt.

Der Einstieg gestaltet sich ein wenig schwierig. Fagerholm reiht Bruchstücke der Handlung aneinander, sodass der Leser zunächst nicht einordnen kann, in welcher Beziehung die erwähnten Personen zueinander stehen und wie die Ereignisse einzuordnen sind.
Nach diesen verwirrenden ersten Seiten folgt das Geschriebene jedoch einem Fluss, den ich persönlich als leicht zu lesen empfand. Die Personenkonstellation wird klarer, man lernt die Figuren besser kennen und folgt ihnen auf ihren Spuren durch die Moorlandschaft.

Die Atmosphäre ist dabei durchaus besonders, allerdings für mein Empfinden auch sehr bedrückend und etwas befremdlich.
Das allein ist für mich noch kein Grund, einen Roman beiseite zu legen, allerdings hat es mir einfach keine Freude bereitet, das Buch zu lesen. Das Geschriebene zog sich in die Länge, sodass ich irgendwann das Gefühl bekam, ich lese „Das amerikanische Mädchen“ eigentlich nur noch, weil ich es weiterlesen müsste, da sowohl Kritiker als auch Leser einen unwiderstehlichen Sog versprachen.

Dieser oft beschriebene Sog blieb bei mir jedoch vollkommen aus, sodass mich weder die Sprache noch der Inhalt in ihren Bann ziehen konnten. Vielleicht bin ich einfach nicht in der richtigen Stimmung für das Buch, denn derzeit wirkt es auf mich einfach nur unangenehm bedrückend und inhaltlich langatmig.

Einen zweiten Versuch werde ich in den nächsten Wochen nicht wagen, sodass „Das amerikanische Mädchen“ nach 200 gelesenen Seiten zurück ins Regal wandert und erstmal eine ganze Weile dort stehenbleiben wird. Ganz aufgegeben habe ich es noch nicht, doch zu jetzigem Zeitpunkt fällt es eindeutig in die Kategorie „Auf Eis gelegt“.

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