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Heute vor 103 Jahren wurde Simone de Beauvoir, die berühmte Schriftstellerin, Frauenrechtlerin und Philosophin in Paris geboren. Vor drei Jahren habe ich dort ihr Grab besucht. Die Vorstellung, dass unzählige Touristen über die Wege des Friedhofs Montparnasse wandern und von einem Grab zum nächsten spazieren, wirkt makaber und doch hätte ich nicht in der französischen Hauptstadt sein können, ohne einer meiner Lieblingsschriftstellerinnen einen Besuch abzustatten.

Während das Grab von Serge Gainsbourg mit Bildern, Blumen und kleinen Zetteln überhäuft wurde, kommt einem die Ruhestätte von de Beauvoir und Sartre regelrecht kahl vor. Ein einziges Blümchen liegt darauf, zusammen mit einem Brief, den vermutlich ein treuer Anhänger der Literaten dort hinterlassen hat. Doch auf ganz eigene Art wirkt das Bild stimmig.

Davor zu stehen, fühlt sich komisch an. Hier liegt sie also, die Frau, deren Werke ich feinsäuberlich in mein Regal einsortiert habe und die mich mit ihren literarischen Gedanken mehr als einmal zur Ordnung gerufen hat. Letztlich ist es nur kalter Stein mit ein paar Knochen darunter und doch war mir dieser Moment irgendwie wichtig.

Ich bedanke mich für Ihre Romane, Mademoiselle de Beauvoir, und habe heute an Ihrem Ehrentag in einer ruhigen Minute an Sie gedacht.

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