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Englisch für Deutsche
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Bisher kannte ich Sprachführer, die entweder sehr lehrreich, aber dementsprechend wissenschaftlich geschrieben waren oder so humorvoll und überspitzt, dass ich mich zwar gut unterhalten fühlte, aber wenig gelernt habe.
Eric T. Hansen verbindet beide Komponenten, sodass die Lektüre von „Forbetter your English“ humorvoll und lehrreich zugleich ist.

In kurzen Kapiteln nimmt der gebürtige Amerikaner die häufigsten Fehler der Deutschen unter die Lupe und erklärt, wie diese Fehler zustande kommen und man sie zukünftig vermeiden kann.
Um die Problematik besser veranschaulichen zu können, greift er auf Anekdoten zurück, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat. Sein bester Freund Jochen, seine Freundin Charlotte und diverse Damenbekanntschaften dienen als bestes Beispiel dafür, welche englischen Vokabeln und Ausdrücke von den Deutschen oft falsch verwendet werden. Zugleich helfen diese Fettnäpfchen-Situationen dem Leser, die Zusammenhänge besser zu verstehen.

Oft brachten mich die Missverständnisse und Hansens lockerer Schreibstil zum Schmunzeln, doch leider gibt es ein Thema, das vom Autor ständig in den Vordergrund gezerrt wird: Sex. Anspielungen, Situationen, Beispielsätze – früher oder später greift Hansen immer auf Sex zurück. Das kann sehr witzig sein, doch nach dem x-ten Mal beginnt es auch ein wenig zu langweilen.
Nichtsdestotrotz sind Hansens Beispiele lustig, denn obwohl manche Witze ein wenig platt anmuten, sinkt das Niveau des Geschriebenen nicht.

An dieser Stelle war ich wirklich erstaunt, wie einfach der Autor die komplizierten Sprachfallen erklären kann. Englische Ausdrücke sind mir nicht fremd, doch bei so manchem Wort weiß ich zwar, wann ich es anwenden muss, allerdings nicht genau warum. Dank Hansens Ausflüge in die Sprachwissenschaft, weiß ich nun, wo die Wörter ihren Ursprung finden und auch wie eigenartig sowohl die deutsche als auch die englische Sprache sein kann.
In der Hinsicht ist „Forbetter your English“ nicht bloß eine Liste von schwierigen Vokabeln, sondern ein lehrreicher Exkurs in die Linguistik.

Man muss kein Sprachgenie sein, um Hansen folgen zu können. Ein bisschen Grundwissen reicht vollkommen aus, um die typischen Fehler zu erkennen und den richtigen Ausdruck zu verinnerlichen. So erklärt er beispielsweise den Unterschied zwischen „remember“ und „remind“, enthüllt die so genannten falschen Freunde wie „eventual“ oder „stand up“ und gibt zugleich Tipps bezüglich englischer Umgangsformen.
Zur Auffrischung der Schulkenntnisse und auch zur Vorbereitung auf einen Trip in den englischsprachigen Raum ist dieses Buch also bestens geeignet.

Leicht zu verstehen, flüssig geschrieben und gespickt mit lustigen Anekdoten macht Englischlernen mit Hansen einfach Spaß und ich hätte mir in meiner Schulzeit sicherlich in dem ein oder anderen Jahr einen Lehrer wie ihn gewünscht.
Insofern: Empfehlenswert!

© Ada Mitsou

192 Seiten / 12,99 € ~ Langenscheidt (4. Mai 2011) ~ ISBN: 9783468738210

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