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Mr. Popper träumt davon, einmal an den Südpol zu reisen, um echte Pinguine zu sehen. Da das Geld jedoch knapp ist, muss er sich damit begnügen, verschiedenste Reiseberichte zu lesen und so igelt sich der Malermeister den ganzen Winter über in seinem Häuschen ein und steckt seine Nase in Bücher.
Seiner Frau gefällt das gar nicht, denn wenn ihr Mann den ganzen Tag zuhause ist, fällt automatisch mehr Hausarbeit an und die hält Mrs. Popper ordentlich auf Trab. Was die Dame allerdings noch nicht weiß, ist, dass bald jemand ganz anderes für Unordnung sorgen wird: Käpten Cook, ein waschechter Pinguin!

Der Polarforscher Admiral Drake weiß um Poppers Liebe zu den niedlichen Kerlchen und um ihm eine Freude zu machen, schickt er ihm kurzerhand ein Exemplar nach Stillwater. Wider Erwarten ist die ganze Familie sofort begeistert von dem tierischen Zuwachs und alle tun ihr Bestes, damit sich Cook bei ihnen wohl fühlt. Sie helfen dem Pinguin beim Nestbau, schaffen ihm ein angenehmes Klima und arrangieren letztlich sogar eine „Eheschließung“. Doch leider  bereitet ihnen das nicht nur Freude, sondern kostet auch Geld, sodass sich die Poppers bald etwas einfallen lassen müssen, um Käpten Cook und seine Familie behalten zu können…

„Mr. Poppers Pinguine“ wurde erstmals 1938 veröffentlicht. Dementsprechend wirkt der Inhalt auf den ersten Blick etwas veraltet, da die Forschung mittlerweile vieles herausgefunden hat, was damals noch im Verborgenen lag. Heutzutage weiß z.B. jedes Kind, was ein Pinguin ist, doch zu der Zeit, in der die Handlung spielt, war der kleine Frackträger ein sehr exotisches Tier, das man nicht alle Tage in den Zoos oder auf dem Fernsehbildschirm bestaunen konnte. Die Einwohner von Stillwater reagieren also gleichermaßen verwundert und erschrocken, als sie Käpten Cook zum ersten Mal begegnen. Die daraus resultierenden Turbulenzen sind durchaus lustig, doch den eigentlichen Charme des Buches machen Mr. Poppers kindliche Abenteuerlust und die Herzlichkeit zwischen den Zeilen aus.

Das Verhalten des Pinguins, die lustigen Laute, die er von sich gibt und die freundliche Aufnahme in die Familie erwärmen das Herz. Dabei glänzt das Erzählte vollkommen ohne Spezialeffekte. Es gibt keine Zauberei, keine sprechenden Tiere oder sonstige Fantasyelemente, auch wenn Käpten Cook bisweilen etwas vermenschlicht wird. Doch am Ende findet alles seine Ordnung und Cooks Wohlergehen rückt nach großen Abenteuern wieder in den Vordergrund.

Manche Ereignisse in „Mr. Poppers Pinguine“ sollte man sicher nicht so genau nehmen (z.B. das Bohren von Löchern in eine Kühlschranktür oder das Spazierenführen des Pinguins), doch wer braucht bei einem lustigen, liebevoll geschriebenen Kinderbuch schon Sachlichkeit? Vielmehr soll so ein Büchlein Kinder zum Lachen und ihre Augen zum Staunen bringen und genau das ist Richard Atwater mit seinen Pinguinen gelungen.
Ein schnell zu lesendes, kindergerecht erzähltes Abenteuer zum Vor- und Selberlesen!

Info: Die gleichnamige (moderne) Verfilmung läuft seit Juni 2011 in den deutschen Kinos.

Altersempfehlung: ab 6 Jahren

© Ada Mitsou

160 Seiten / 7,95 € ~ Beltz (6. Juni 2011) ~ ISBN: 9783407742476

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