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Mein Blog existiert ja nun schon eine ganze Weile und im Laufe der Jahre habe ich nicht nur Herzblut, sondern auch viel Zeit und Arbeit in „Ada Mitsou liest…“ gesteckt, um diese Seite zu meinem persönlichen, aber auch der Allgemeinheit zugänglichen Wohlfühlbereich zu machen. Die Resonanz ist ganz unterschiedlich. Manchmal schreibe ich meine Gedanken nieder und bleibe mit den Worten alleine. An anderen Tagen stellt ein Artikel den Treffpunkt für einen regen Meinungsaustausch dar. Fakt ist jedoch, dass die Besucherzahlen im Laufe der Zeit gestiegen sind, wodurch natürlich auch die Attraktivität des Blogs als potentieller Werbeträger steigt.

Bloggen ist für mich in erster Linie eine Herzensangelegenheit. Ich schreibe gerne, freue mich, wenn jemand anderes sich dadurch angesprochen fühlt und finde Gefallen daran, meine Seite zu gestalten und mit Ideen zu füllen.
Was mich jedoch nicht freut, ist, wenn ich für dumm verkauft werden soll.

Seit ein paar Monaten trudeln immer mehr E-Mails bei mir ein, in denen mir angeboten wird, bestimmte Webseiten zu verlinken oder Werbegraphiken in meine Sidebar einzubinden. Wenn diese Angebote etwas mit dem Inhalt meines Blogs zu tun haben oder ich bestimmte Aktionen einfach für eine gute Sache halte, mache ich das gerne. Anders verhält es sich jedoch mit Angeboten, bei denen ganz klar der Werbeeffekt im Vordergrund steht, der mir dann auch noch als Bereicherung für mich und meine Leser angepriesen wird.
Klartext: Ich soll Werbung für ein bestimmtes Produkt oder eine Website machen und bekomme im Gegenzug… nichts.

Das sagt so natürlich keiner. Stattdessen wird gelobt, wie ansprechend und qualitativ hochwertig ich schreibe, wie sehr ihnen meine Seite gefällt und wie gut doch jenes Produkt in mein Konzept passe. Das Anpreisen desselbigen würde meine Inhalte aufwerten und sei ein Mehrwert für meine Leser.
Dass es sich dabei um Standardtexte handelt, ist offensichtlich – spätestens dann, wenn fünf andere Blogger aus meiner Blogroll dasselbe Anschreiben erhalten. Peinlich wird es jedoch erst, wenn mir genau das angepriesen wird, was ich überhaupt nicht nutze oder wogegen ich mich sogar schon mal ausgesprochen habe. Noch peinlicher ist die Kombination der richtigen Anrede und des falschen Blogtitels.

Das Folgende mag sich in den Ohren mancher überheblich anhören, aber ich bin keine Plakatwand! Ich lege keinen Wert darauf, mithilfe von Werbung für angesagte Produkte meine Besucherzahlen zu steigern. Ich habe nicht so viel Zeit und Arbeit in meinen Blog gesteckt, um mit fadenscheinigen Argumenten für blöd verkauft und ausgenutzt zu werden.
Und das werde ich, solange mir ein Vorteil vorgegaukelt wird, den es auf diese Weise schlichtweg nicht gibt – vor allem bei Produkten und Seiten, die inhaltlich überhaupt nichts mit dem thematischen Schwerpunkt meines Blogs zu tun haben.

Das alles ist die Aufregung eigentlich gar nicht wert, bedarf es doch nur eines einfachen Klicks, um besagte E-Mails zu löschen. Und doch stört es mich, weil ich mich dadurch als Bloggerin nicht ernst genommen fühle. Solche E-Mails zeigen mir einmal mehr, dass Blogs bzw. deren Betreiber in gewisser Weise immer noch belächelt werden. Offensichtlich wird dem marktstrategischen Wert mittlerweile mehr Beachtung geschenkt, doch die Arbeit, die hinter einem gut funktionierenden Blog steckt, wird nicht gewürdigt. Der kleine Hobbyschreiber hat zwar keine Ahnung, aber er wird oft gelesen, also schmieren wir ihm Honig ums Maul, um unsere Werbung kostenlos platzieren zu können.

Bei einem offiziellen Magazin – und sei es auch noch so klein – käme niemand auf die Idee, ein solches Angebot ohne Gegenleistung zu unterbreiten. Man stelle sich vor, jemand riefe in der Redaktion an und würde sagen: „Guten Tag, bitte drucken Sie unsere halbseitige Anzeige kostenlos in den folgenden zwölf Ausgaben Ihrer Zeitschrift. Das ist ein Mehrwert für Ihre Leser und wertet zudem den Inhalt Ihres Magazins auf. Was halten Sie davon?“ Das Gelächter wäre vermutlich groß!

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich möchte kein Geld, ich möchte keine Prämien, keine Wertgegenstände und keine teuren Testprodukte im Gegenzug dafür, dass ich inhaltsfremde Werbung platziere. Was ich möchte, ist Respekt und zwar genau so viel, dass man mir nicht irgendeinen Mehrwert vorgaukelt, sondern schlichtweg sagt, was Sache ist.
Wenn jemand ein Produkt auf den Markt gebracht hat, das für mich oder meine Leser interessant sein könnte, dann kann man mich darauf hinweisen. Wenn jemand eine Seite betreibt, die thematisch gut zu meinen Inhalten passt, dann kann man mich gerne darauf aufmerksam machen. Und auch ein Linktausch ist nicht ausgeschlossen, sofern mich der Inhalt der zu verlinkenden Seite überzeugt und ich an eine bereichernde Zusammenarbeit glaube.

Worauf ich jedoch gut und gerne verzichten kann, sind standardisierte Lobeshymnen, die verfasst wurden, ohne sich überhaupt mit dem, was ich tue, befasst zu haben, und dubiose Angebote, die mir als Bereicherung angepriesen werden, jedoch bereits auf den ersten Blick erkennen lassen, dass nichts weiter dahinter steckt, als der Wunsch nach einer schnell und kostengünstig platzierten Werbung.
Dafür sind die meisten meiner Kollegen und ich die falschen Ansprechpartner.